Wasserschaden nach Unwetter? So reagieren Sie schnell und richtig

Wasserschaden nach Unwetter? So reagieren Sie schnell und richtig

Wenn Starkregen Straßen überflutet und Keller volllaufen, ist der Schreck groß. Ein Wasserschaden nach einem Unwetter kann schnell passieren – und die ersten Stunden entscheiden oft darüber, wie gravierend die Folgen sind. Hier erfahren Sie, wie Sie in Deutschland richtig und sicher handeln, wenn Ihr Zuhause vom Wasser betroffen ist.
Zuerst: Sicherheit geht vor
Bevor Sie mit dem Aufräumen beginnen, müssen Sie sicherstellen, dass keine Gefahr für Sie besteht. Wasser und Strom sind eine gefährliche Kombination.
- Strom abschalten: Schalten Sie die Sicherungen in den betroffenen Räumen aus, sofern das gefahrlos möglich ist. Wenn Wasser an Steckdosen oder elektrischen Leitungen steht, rufen Sie unbedingt einen Elektriker.
- Kontakt mit dem Wasser vermeiden, wenn Sie nicht wissen, woher es stammt. Abwasser kann Keime und Schadstoffe enthalten.
- Tragen Sie Gummistiefel und Handschuhe, und sorgen Sie für gute Belüftung, besonders in Kellerräumen.
Erst wenn die Sicherheit gewährleistet ist, sollten Sie mit der Schadensbegrenzung beginnen.
Wasser stoppen – wenn möglich
Wenn weiterhin Wasser eindringt, versuchen Sie, die Ursache zu finden und den Zufluss zu stoppen.
- Kontrollieren Sie Abflüsse und Gullys: Entfernen Sie Laub und Schmutz, damit das Wasser wieder abfließen kann.
- Dichten Sie Türen und Kellerabgänge mit Sandsäcken oder Abdichtleisten ab, um weiteres Eindringen zu verhindern.
- Nutzen Sie eine Pumpe, falls vorhanden, um das Wasser abzuleiten. Beachten Sie jedoch, dass das öffentliche Kanalsystem bei Starkregen überlastet sein kann.
Sobald der Regen nachlässt und der Wasserstand sinkt, können Sie die Schäden genauer begutachten.
Schaden gründlich dokumentieren
Bevor Sie mit der Reinigung beginnen, sollten Sie alles für Ihre Versicherung festhalten.
- Machen Sie Fotos und Videos der betroffenen Bereiche – sowohl vor als auch während der Aufräumarbeiten.
- Notieren Sie Zeitpunkt und Dauer des Unwetters sowie die Höhe des eingedrungenen Wassers.
- Bewahren Sie Belege und Quittungen für Pumpen, Trocknungsgeräte oder Notunterkünfte auf.
Je besser Ihre Dokumentation, desto einfacher wird die Schadensregulierung.
Versicherung schnell informieren
In Deutschland decken viele Wohngebäude- und Hausratversicherungen Wasserschäden durch Starkregen, sofern eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen wurde. Melden Sie den Schaden so schnell wie möglich.
- Fragen Sie, ob Sie mit der Reinigung beginnen dürfen oder ob ein Gutachter vorbeikommt.
- Klären Sie, welche Schäden abgedeckt sind – etwa an Böden, Wänden, Möbeln oder Elektroinstallationen.
- Manche Versicherer bieten Notdienste an, die innerhalb weniger Stunden Trocknungsgeräte oder Fachfirmen schicken.
Je früher Sie professionelle Hilfe erhalten, desto geringer ist das Risiko für Schimmel und Folgeschäden.
Gründlich trocknen und reinigen
Wenn das Wasser abgepumpt ist, beginnt die wichtigste Phase: das Trocknen.
- Entfernen Sie nasse Teppiche, Möbel und Gegenstände, damit sich keine Feuchtigkeit staut.
- Setzen Sie Luftentfeuchter und Ventilatoren ein, um Wände und Böden zu trocknen – das kann mehrere Tage oder Wochen dauern.
- Reinigen Sie alle Oberflächen mit desinfizierenden Mitteln, besonders bei Kontakt mit Abwasser.
- Achten Sie auf dunkle Flecken oder muffigen Geruch – das kann auf beginnenden Schimmel hinweisen.
Wenn Sie unsicher sind, ob Wände, Dämmung oder Estrich betroffen sind, lassen Sie den Schaden von einem Fachbetrieb prüfen.
Vorbeugen für die Zukunft
Nach der Reparatur lohnt es sich, über Schutzmaßnahmen nachzudenken. Starkregenereignisse nehmen zu – mit einfachen Schritten können Sie Ihr Haus besser schützen.
- Installieren Sie eine Rückstauklappe in der Abwasserleitung, damit kein Wasser aus dem Kanal zurückfließt.
- Reinigen Sie Dachrinnen und Abläufe regelmäßig, damit Regenwasser ungehindert abfließen kann.
- Prüfen Sie die Entwässerung rund ums Haus – eventuell hilft ein Drainagesystem oder eine Hebeanlage.
- Lagern Sie Wertgegenstände nicht direkt auf dem Kellerboden, sondern in dichten Kunststoffboxen.
Vorbeugung kostet weniger als die Beseitigung eines erneuten Wasserschadens.
Ruhe bewahren – und aus der Erfahrung lernen
Ein Wasserschaden ist belastend, doch mit einem klaren Plan behalten Sie die Kontrolle. Wenn Sie Sicherheit, Dokumentation und Versicherung im Griff haben, sind Sie auf dem richtigen Weg. Nutzen Sie die Erfahrung, um Ihr Zuhause widerstandsfähiger zu machen – so sind Sie beim nächsten Unwetter besser vorbereitet.













