Prüfen Sie Ihr Abflusssystem nach starkem Regen – funktioniert es wie geplant?

Prüfen Sie Ihr Abflusssystem nach starkem Regen – funktioniert es wie geplant?

Wenn der Regen in Strömen fällt, wird Ihr Abflusssystem auf die Probe gestellt. Das Wasser muss schnell von Dach, Terrasse und Einfahrt abfließen – und über die Kanalisation sicher abgeleitet werden, ohne sich rund ums Haus zu stauen. Doch funktioniert Ihr System tatsächlich so, wie es sollte? Viele bemerken Probleme erst, wenn der Keller unter Wasser steht oder das Wasser in den Abläufen nicht mehr verschwindet. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Abflusssystem nach starkem Regen überprüfen – und was Sie tun können, wenn es nicht optimal arbeitet.
Beginnen Sie mit einer Sichtprüfung
Nach einem heftigen Regenschauer lohnt sich ein Rundgang ums Haus. Achten Sie auf Anzeichen dafür, dass das Wasser nicht richtig abfließt:
- Pfützen oder Wasseransammlungen in der Nähe des Fundaments können darauf hindeuten, dass das Geländegefälle nicht stimmt oder die Drainage nicht funktioniert.
- Überlaufende Dachrinnen oder Fallrohre, aus denen Wasser über den Rand läuft, sind oft ein Zeichen für Verstopfungen.
- Gullys und Abläufe, die noch lange nach dem Regen voll Wasser stehen, können auf blockierte Leitungen hinweisen.
Machen Sie Fotos während Ihres Rundgangs – sie können hilfreich sein, wenn Sie später einen Fachbetrieb hinzuziehen.
Dachrinnen und Fallrohre kontrollieren
Dachrinnen und Fallrohre sind die erste Station im Entwässerungssystem. Wenn sie nicht funktionieren, kann das Wasser nicht weitergeleitet werden.
- Entfernen Sie Laub, Moos und Schmutz, die den Abfluss behindern.
- Spülen Sie die Dachrinne mit dem Gartenschlauch durch, um zu prüfen, ob das Wasser frei abläuft.
- Kontrollieren Sie die Verbindungen – tropft es, sind Dichtungen oder Halterungen möglicherweise beschädigt.
- Achten Sie darauf, dass das Fallrohr das Wasser vom Haus wegleitet und keine Risse oder Undichtigkeiten aufweist.
Ein einfacher Spültest mit dem Schlauch zeigt schnell, ob das Wasser ungehindert abfließt. Steht es im Rohr, liegt vermutlich eine Verstopfung tiefer im System vor.
Kontrollschächte und Abläufe prüfen
Die meisten Grundstücke verfügen über mehrere Schächte: einen Schmutzfangschacht, einen Revisionsschacht und eventuell einen Regenwasserschacht. Nach starkem Regen sollten Sie diese kontrollieren.
- Schmutzfangschächte müssen geleert werden, wenn sich mehr als 5–10 cm Sand oder Schlamm am Boden gesammelt haben.
- Regenwasserschächte sollten frei von Laub und Ästen sein, damit das Wasser ungehindert abfließen kann.
- Revisionsschächte ermöglichen den Blick in die Rohrleitungen – hier können Sie sehen, ob das Wasser steht oder abläuft.
Bleibt das Wasser im Schacht stehen, auch Stunden nach dem Regen, deutet das auf eine Verstopfung hin. In diesem Fall sollten Sie einen zertifizierten Entwässerungsfachbetrieb oder eine Sanitärfirma beauftragen.
Drainagesystem rund ums Haus überprüfen
Ein funktionierendes Drainagesystem schützt das Fundament vor Feuchtigkeit. Doch mit der Zeit können Drainagerohre durch Wurzeln, Erde oder Ablagerungen verstopfen.
Öffnen Sie den Drainageschacht und prüfen Sie, ob nach Regen Wasser hindurchfließt. Bleibt der Schacht trocken, obwohl der Boden rund ums Haus feucht ist, kann die Drainage defekt sein. Steht der Schacht dagegen voll Wasser, liegt möglicherweise eine Blockade weiter außen im System vor.
Eine defekte Drainage kann langfristig zu Feuchtigkeitsschäden im Keller führen – hier ist fachliche Unterstützung ratsam.
Kapazität prüfen – kommt das System noch mit?
Selbst ein intaktes Abflusssystem kann bei extremen Regenmengen überfordert sein. Durch den Klimawandel treten Starkregenereignisse in Deutschland häufiger auf, und viele ältere Systeme sind nicht für solche Wassermengen ausgelegt.
Überlegen Sie, wie Sie Ihr System entlasten können:
- Versickerungsmulde oder Rigole – leitet Regenwasser in den Boden statt in die Kanalisation.
- Regenbeet – eine bepflanzte Vertiefung im Garten, in der Wasser gesammelt und langsam versickert.
- Wasserdurchlässige Beläge – etwa Kies, Rasengittersteine oder Pflaster mit Fugen, durch die Wasser versickern kann.
Solche Maßnahmen schützen nicht nur Ihr Haus, sondern entlasten auch die kommunale Kanalisation.
Wann sollten Sie einen Fachbetrieb rufen?
Wenn Wasser regelmäßig nicht abläuft, unangenehme Gerüche aus den Abflüssen kommen oder Feuchtigkeit im Keller auftritt, ist professionelle Hilfe gefragt. Ein Fachbetrieb kann:
- Eine Kamera-Inspektion der Leitungen durchführen, um Verstopfungen oder Schäden zu erkennen.
- Das System hochdruckspülen, um Ablagerungen und Wurzeln zu entfernen.
- Sie zu Verbesserungen beraten, etwa Rückstauverschlüssen, Drainagesanierungen oder Regenwassernutzungssystemen.
Das kostet zwar zunächst Geld, ist aber deutlich günstiger als die Beseitigung von Wasserschäden.
Eine Kontrolle, die sich lohnt
Die Überprüfung Ihres Abflusssystems nach starkem Regen dient nicht nur dem Schutz vor nassen Kellern – sie bewahrt Ihr Zuhause vor langfristigen Schäden. Ein kurzer Check nach einem Unwetter kann Probleme aufdecken, bevor sie teuer werden. Mit ein paar gezielten Maßnahmen machen Sie Ihr Entwässerungssystem fit für die Wetterextreme, die in Deutschland immer häufiger auftreten.













