Ist die Fassade bereit zum Streichen? So beurteilen Sie es richtig

Ist die Fassade bereit zum Streichen? So beurteilen Sie es richtig

Eine frisch gestrichene Fassade kann ein Haus optisch aufwerten und gleichzeitig vor Witterungseinflüssen schützen. Der neue Anstrich bewahrt das Mauerwerk vor Regen, Frost und UV-Strahlung – und sorgt für ein gepflegtes Erscheinungsbild. Doch bevor Sie Pinsel und Farbe bereithalten, sollten Sie prüfen, ob die Fassade überhaupt streichfähig ist. Eine falsche Einschätzung kann zu Abplatzungen, Feuchtigkeitsschäden und unnötiger Arbeit führen. Hier erfahren Sie, wie Sie den Zustand Ihrer Fassade richtig beurteilen.
Beginnen Sie mit einer gründlichen Sichtprüfung
Gehen Sie die gesamte Fassade aufmerksam ab und achten Sie auf Risse, Abplatzungen, Verfärbungen oder feuchte Stellen. Nutzen Sie bei Bedarf eine Leiter, um auch schwer zugängliche Bereiche zu kontrollieren.
- Abblätternde oder rissige Farbe deutet darauf hin, dass der alte Anstrich nicht mehr haftet. Ursache können Feuchtigkeit, falsche Farbtypen oder eine unzureichende Untergrundvorbereitung sein.
- Dunkle oder grünliche Beläge weisen auf Algen- oder Schimmelbefall hin, der vor dem Streichen entfernt werden muss.
- Risse im Putz oder Mauerwerk sollten ausgebessert werden, da sie Feuchtigkeit ins Gebäude lassen können.
Notieren Sie die betroffenen Stellen, um die notwendigen Reparaturen und Reinigungsarbeiten gezielt zu planen.
Haftung der alten Farbe testen
Auch wenn die Fassade auf den ersten Blick gut aussieht, kann die alte Farbe ihre Haftung verloren haben. Mit einfachen Tests lässt sich das überprüfen:
- Kratzen Sie leicht mit einem Spachtel oder Messer über die Oberfläche. Löst sich die Farbe in Schuppen, muss sie entfernt werden.
- Kleben Sie ein Stück Malerkrepp auf die Wand und ziehen Sie es ruckartig ab. Bleiben Farbreste am Band haften, ist der Untergrund nicht tragfähig genug.
Nur ein fester, sauberer Untergrund gewährleistet, dass der neue Anstrich dauerhaft hält.
Feuchtigkeit und Salzausblühungen erkennen
Feuchtigkeit ist einer der größten Feinde eines Fassadenanstrichs. Ist das Mauerwerk feucht, kann die Farbe nicht richtig haften und es entstehen Blasen oder Abplatzungen.
- Messen Sie die Feuchtigkeit mit einem geeigneten Messgerät. Die Wand sollte vollständig trocken sein, bevor Sie streichen.
- Achten Sie auf weiße, kristalline Ablagerungen – sogenannte Salzausblühungen. Diese entstehen, wenn Feuchtigkeit Salze aus dem Mauerwerk transportiert. Sie müssen gründlich entfernt und die Ursache der Feuchtigkeit behoben werden.
Bei anhaltenden Feuchtigkeitsproblemen empfiehlt es sich, einen Fachbetrieb oder Bausachverständigen hinzuzuziehen.
Zustand des Putzes prüfen
Ein intakter Putz ist die Basis für einen langlebigen Anstrich. Klopfen Sie mit dem Griff eines Hammers leicht gegen die Wand. Hohl klingende Stellen deuten darauf hin, dass der Putz sich vom Untergrund gelöst hat. Diese Bereiche müssen abgeschlagen und neu verputzt werden.
Wenn der Putz beim Reiben mit der Hand sandet oder bröselt, ist er verwittert und sollte vor dem Streichen saniert werden.
Fassade gründlich reinigen
Selbst eine intakte Fassade muss vor dem Streichen gereinigt werden. Staub, Schmutz, Algen und Ruß verhindern, dass die Farbe haftet. Verwenden Sie eine weiche Bürste, Fassadenreiniger und gegebenenfalls einen Hochdruckreiniger – jedoch mit Vorsicht, um Putz und Fugen nicht zu beschädigen.
Nach der Reinigung sollte die Wand vollständig trocknen. Je nach Wetterlage kann das mehrere Tage dauern.
Alte und neue Farbtypen abstimmen
Wichtig ist zu wissen, welche Farbe bisher verwendet wurde. Diffusionsoffene Farben wie Silikat- oder Silikonharzfarben lassen die Wand „atmen“, während dichte Farben Feuchtigkeit einschließen können. Wird eine ungeeignete Farbe aufgetragen, drohen Schäden durch eingeschlossene Feuchtigkeit.
Wenn Sie unsicher sind, können Sie eine Probe der alten Farbe im Fachhandel oder bei einem Malerbetrieb analysieren lassen.
Wann ist die Fassade streichbereit?
Die Fassade ist bereit für den neuen Anstrich, wenn:
- die Oberfläche sauber, trocken und fest ist,
- Risse und Schäden ausgebessert wurden,
- keine Feuchtigkeit oder Salzausblühungen sichtbar sind,
- die alte Farbe gut haftet oder entfernt wurde, wo sie es nicht tut.
Sind diese Punkte erfüllt, können Sie mit Grundierung und Anstrich beginnen – und sich auf ein dauerhaft schönes Ergebnis freuen.
Gute Vorbereitung zahlt sich aus
Eine sorgfältige Beurteilung und Vorbereitung der Fassade kostet Zeit, spart aber langfristig Aufwand und Geld. Ein Anstrich auf stabilem, trockenem Untergrund hält länger, schützt besser und sieht über Jahre gepflegt aus.
Bevor Sie also den Farbeimer öffnen, nehmen Sie sich die Zeit für eine gründliche Prüfung – Ihr Haus wird es Ihnen danken.













